Der "Parque Nacional de Timanfaya Lanzarote" mit den Feuerbergen von Lanzarote ist ein einzigartiges Naturereignis, das man unbedingt gesehen haben muss


LanzaroteDer Timanfaya DiaboloLanzarote ist eine gut überschaubare Insel, die viele Attraktionen und besonders einzigartige Naturereignisse dicht nebeneinander bietet. Ausflüge über Land werden zu angenehmen Bummeltouren, bei denenen man aus dem Staunen oft nicht heraus kommt. Zu den Dingen, die man auf der 800 qkm großen Insel gesehen haben muss, gehört der beeidruckende Nationalpark Timanfaya - Parque Nacional de Timanfaya - mit den sehenswerten "Feuerbergen" und Lavafeldern. Lage siehe Google Map unten.

Parque Nacional Timanfaya


Parque Nacional de Timanfaya - Timanfaya Nationalpark
 

Als sei der Vulkanausbruch erst gestern gewesen

Das zusammenhängende Lavagebiet der Feuerberge von Lanzarote im Südwesten der Insel mit einer Ausdehnung von ca. 200 Quadratkilometern - etwa ein Viertel der ganzen Insel - ist ein beeidruckendes Naturerlebnis. Man sieht hier weite zusammenhämgende Lavafelder, die sich seit dem Ende der Vulkanausbrüche 1736 kaum verändert haben und kann mit dem Sightseeing Bus mitten durch die Täler und Vulkane fahren.

Lanzarote Timanfaya Nationalpark Panorama
Bild: Blick in die weiten Timanfaya Feuerberge und Aschetäler - eine Aufnahme aus dem Bus von der Rundfahrt durch den Nationalpark.



Die zum Naturschutzgebiet erklärten "Montañas del Fuego" - die Feuerberge - waren das Zentrum einer vulkanischen Katastrophe, deren Höhepunkt nur 280 Jahre zurück liegt. Über sechs Jahre hinweg, von 1730 bis 1736, brachen die Berge auf, glühende flüssige Lava quoll aus dem Inneren der Erde heraus und verwüstete ganze Dörfer, verschlang das fruchtbare Land der Bauern samt ganzen Dörfern, Feldern, Vieh und Hof im Süden der Insel. Stinkender Rauch und tosende Wasserfontänen aus dem Inneren der Erde mischten sich mit glühender flüssiger Lava.


Boca de Lava - Öffnung, aus der die Lava austrat
Bild: Man kann in viele "Bocas" blicken - kleinere Öffnungen - aus denen die flüssige Lava heraus trat und sich über dem Land ausbreitete und Richtung Meer floss.
 
 

Was damals geschah, geht aus den Aufzeichnungen des Pfarrers Don Andrés Lorenzo Curbelo aus Yaiza hervor:


Am 1. September 1730, zwischen 9 und 10 Uhr abends, öffnete sich plötzlich die Erde bei Timanfaya. Ein gewaltiger Berg bildete sich bereits in der ersten Nacht, und Flammen schossen aus seinem Gipfel, die 19 Tage lang weiter brannten. Wenige Tage später brach ein neuer Schlund auf. Unter gewaltigem Getöse mit betäubendem Lärm tat sich die Erde an mehreren Stellen auf und spuckte stinkende Asche und Feuersglut in den Himmel. Die Sonne verdunkelte sich für lange Zeit und es regnete giftige Asche und glühende Lavabrocken. Die Kühe seien auf den Feldern tot umgefallen und die Bergziegen hätten vor Wahnsinn so lange mit den Köpfen gegen den Fels geschlagen, bis auch sie tot waren. Die Menschen, die es damals schaffen konnten, flohen mit Booten auf andere Inseln. Der große Ausbruch war zwischen 1730 bis 1736 und dauerte 6 Jahre lang. Erst dann beruhigte sich die Insel wieder.

Nichts ist mehr übrig von der einst fruchtbarsten Region der Insel, wo Dörfer standen, die Bauern Kühe weideten und dank des milden Klimas reiche Ernte einfuhren. Heute sieht man hier die größten zusammenhängenden Lavafelder mit ca. 200 Quadratkilometer Fläche. Und diese rauhen Lavestein Felder sehen aus, als wäre der Ausbruch gerade erst gewesen.

Timanfaya Restaurant El Diabolo
Bild: Blick auf das Touristenzentrum, von dem aus die Busrundfahrten durch den Nationalpark stattfinden. - Das von César Manrique geplante und gestaltete Restaurant "El Diabolo" bietet einen einzigartigen Rundblick über die Feuerberge. Bis zum Restaurant fährt man mit dem Privat-Auto.


Wer mit dem Auto die Straße von Yaiza zum Timanfaya Nationalpark fährt, spürt schon das Unheimliche und gleichzeitig faszinierende der schwarzen Lavafelder mit den rostig rot leuchtenden Bergen und Vulkankegel. Vorbei an dem Parkplatz, wo man auf dem Dromedar-Rücken gemächlich durch die Lavalandschaft reiten kann, fährt man bis zum Zentralparkplatz im Nationalpark.

Die Einfahrt bis zum Restaurant "El Diabolo" (Der Teufel) kostet Eintritt pro Person, der unten an der Einfahrt bereits erhoben wird. Leider gibt es zu Hauptzeiten oft lange Warteschlange wegen des starken Andrangs an privaten Mietwautos. Im Eintritt für den Nationalpark enthalten ist die Fahrt mit dem Pkw bis zum zentralen Parkplatz und die ca. 20 minütige Busrundfahrt im klimatisierten Bus mit Information in Spanisch, Englisch und Deutsch.

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Vom Parkplatz vor dem Restaurant und Touristenzentrum "El Diabolo" fahren alle zehn Minuten Busse durch die Vulkanberge und gigantischen Eruptionen. Auf schmalen abenteuerlichen Straßen fahren die Busse zirka 10 Kilometer lang durch den atemberaubenden Naturpark - und es wird ganz ruhig, wenn alle durch die Fenster in offenen Krater, auf riesige Aschefelder, in gigantische Lavahöhlen und auf bizzar erkaltete Felsformationen und offene Felsmünder blicken. Der Bus hält ab und an für Ihre Fotos. Die Kamera sollte also unbedingt mit dabei sein, denn so nahe kommen Sie so schnell nicht wieder an Vulkankegel und Aschefelder, die so wirken, als seien sie gestern erst entstanden.

Strasse durch die Timanfaya Lavafelder

Die schmale Straße, auf der die Busse durch den Nationalpark fahren, führt durch hohe Lavaberge und schroffe Lavabrocken. Haarscharf müssen die Busfahrer durch die Lavafelder lenken. Eine beeindruckende Fahrt durch die "Mondlandschaft" von Lanzarote.

Timanfaya Berge bis zum Horizont

Ein einzigartiges Vulkanberge-Panorama bietet sich von den Busrundfahrten.
In einige Krater kann man sogar hinein schauen.

Timanfaya Vulkan Krater

Man meint, die kochende Magma sei gerade eben aus der Erde gezischt und scharfkantig, sich nochmals aufbäumend, erloschen. Hier spürt man hautnah, wie unbedeutend der Mensch ist und welche Kraft die Natur im Inneren der Erde hat! Ja, man meint das Gefühl zu haben, als könnte jeder der Vulkane in ein paar Minuten wieder ausbrechen...

Timanfaya WasserdampfGott sei Dank wieder zurück am Restaurant kann man noch einen Blick in den offenen, noch sehr heißen Schlund neben dem Retsaurant werfen und erleben, wie Stroh, das von einem Arbeiter für die Gäste hineingeworfen wird, sofort zu brennen beginnt. Ein anderer Mitarbeitet des Nationalparks schüttet einen Eimer Wasser in ein Erdloch, das in Sekunden als krachende Dampf-Fontaine aus dem Fels in den Himmel gespuckt wird (Bild rechts).

In 4 Metern Tiefe unter der Oberfläche herrschen hier immer noch 400 Grad Celsius, in 12 Metern Tiefe sind es ca. 600 Grad Hitze! Da wird Wasser umgehend zu Dampf umgewandelt und mit hohem Druck zurück nach oben geschossen...
Ein Schauspiel, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten um es auf Video oder als Foto festzuhalten, wenn einer der Männer einen Eimer Wasser in ein Erdloch schüttet: in Sekunden wird das Wasser als Dampf mit Druck und lautem Knall zurück geschickt an die Oberfläche.


Aulaga Büsche fangen schnell Feuer in der Vulkanhitze
Die immer noch große Hitze nur wenige Meter unter den Füßen kann man spüren, wenn man um die Ecke des Glasgebäudes geht und die Hände an die Lavafelsen hält oder ein wenig des roten Picons (Lavakies) nahe der Felsen in die Hand nimmt - die Lavasteinchen sind schon sehr sehr heiß auf der Hand.

Die Wärter demonstrieren diese Hitze dem Publikum, indem sie ein par der trockene Aulaga-Büsche (Ginster) in ein Erdloch werfen, die dann in der aufsteigenden Hitze des Vulkans sofort Feuer fangen und brennen.


Restaurant "El Diabolo"

Im Restaurant "El Diabolo" werden sogar "Pollos" (Hühnchen) und "Conejos" (Kaninchen) auf dem Grill gegart, der ausschließlich mit der Erdhitze aus dem Vulkanschlund darunter betrieben wird, denn der Grillrost liegt über einem Erdloch, aus dem die noch immer aktive Vulkangluthitze sehr heiß nach oben strömt und somit sehr ökologisch ohne künstlich erzeugte Energie die schmackhaften Grillstücke brät. Aus dem tiefen schwarzen Loch strömt unentwegt heiße Luft nach oben, die aus der Tiefe des Erdinnern kommt.

Lavagrill im Restaurant El Diabolo Lanzarote
Bild: Im Restaurant "El Diabolo" werden Hühnchen und Kaninchen auf dem Naturgrill über einem Erdloch mit der noch immer aufsteigenden enormen Hitze des Vulkans "ganz natürlich" gebraten.



Durch die äußerst geringen Niederschläge auf der Südseite der Insel konnte hier im Nationalpark Timanfaya über die Jahrzehnte nur wenig Vegetation entstehen, und so liegt das Gebiet heute noch fast so da, wie einst nach Ende der Ausbrüche im Jahre 1737.

In der Winterzeit wenn es doch ab und an einmal regnet, zieht sich schnell ein leichter grüner Flaum über die Felsenfelder und man erkennt, welche ungeheure Naturkraft hier trotz der Trockenheit in den Lavafeldern und Aschebergen steckt. Bei entsprechender Feuchtigkeit wachsen sofort Gräser, Büsche, sogar gelbe, weiße und orange Blüten sprießen, die grauen Aulagas beginnen grün und gelb zu werden und geben der Landschaft ein ganz neues Gesicht. Sorgar stachelige dörre Gesellen treiben frische Blätter und zeigen kleine Blüten...

Flechten finden sich überall in den Ritzen und Löchern des erstarrten Gesteins und bilden gelbe und weiße Farbtupfer inmitten der schwarzbraunen Steinwüste. Es ist interessant, wie sich Flechten und Pflanzen langsam auch dieses Gebiet in vielen hunderten Jahren wieder zurückerobern...

Lavagestein mit Moos und Flechten

Bilder: Moose und gelbe Flechten sind ab und an zu sehen. In der Winterregenzeit entstehen sogar bunte Farbtupfer zwischen den Felsspalten.

Bunte Farbtupfer entstehen in der Winterregenzeit

Wir empfehlen diese Fahrt in den "Parque Nacional de Timanfaya" unbedingt als ein unvergessliches Highlight Ihres Lanzarote-Urlaubs - aber nehmen Sie bitte Sonnenschutz und etwas zu trinken mit. Im Restaurant "El Diabolo" können Sie gut essen, es gibt Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränke und hier kann man den Blick über die Lavafelder schweifen lassen. In den Wintermonaten empfehlen wir eine Windjacke, denn der Wind kann schnell kalt und unangenehm sein in den Bergen!

Timanfaya Lavaküste im Gegenlicht

Bild oben: Lavanordküste der Timanfaya Berge - im kontrastreichen Gegenlicht der Sonne und mit Salzwassernebel in der Luft wirkt die schroffe schwarze Landschaft fast wie ein Schwarzweißfoto.

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Bild unten: Lavawestküste bei El Golfo - Hier treffen die Wellen des Atlantik auf die wilde und nahezu unzugängige Lavasteinküste und bilden spektakuläre Formen und Eindrücke. Von El Golfo aus führt ein steiniger und schmaler Wanderpfad entlang der Küste.

Timanfaya spektakulare Lavaküste nahe El Golfo

Vulkanausbruch im Jahre 1824 in der Mancha Blanca (Tinajo)


1824 fand nochmals ein bisher letzter und vergleichsweise schwacher Ausbruch in der Region um Tinajo - Mancha Blanca statt. Dort - ausserhalb des Nationalparks Timanfaya - trat dünnflüssige Lava und viel Wasserdampf aus kleinen "Bocas" (Mündern/Löchern) in der Landschaft aus und floss noch einmal Richtung Tinajo. Auch hier flohen die Menschen und einige Dörfer und Anwesen in diesem Gebiet sind seither verschwunden. Wer gerne wandert, der kann in dieser Region hautnah an den noch sichtbaren "Bocas" stehen und in die Tiefe schauen. Die Löcher sind teilweise ca. 60 Meter tief. Die Landschaft hat auch hier noch alle Formen und Gesichter, wie sie der jüngste Ausbruch hinterließ.

Lanzarote, Mancha Blanca: In dieser Region brach 1824 die Erde nochmals auf

Hier zwei Fotos aus dem Gebiet, in dem 1824 nochmals Lava aus der Erde austrat und Richtung Mancha Blanca / Tinajo floss: oben der Vulkan Clerigo Duarte mit sanften Ascheflanken, unten ein zerklüfteter Vulkanberg mit Krater und Lavafluß.

Lanzarote Vulkan aus dem 1824 der letzte Ausbruch stattfand

Redaktion Lanzarote-virtual.com
Text/Fotos © LanzaRed S.L.

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