Isla de Lobos - Insel der Mönchsrobben - Bootsfahrt von Playa Blanca nach Corralejo und weiter auf die Insel Lobos zur Rundweg Wanderung


Isla de LobosWir fahren vom Hafen in Playa Blanca aus mit dem Catamaran-Boot der Rederei Linea Maritimes Romero in Richtung Fuerteventura nach Corralejo. Die See ist ruhig und es scheint eine gemütliche Fahrt zu werden. Draussen - so etwa auf halber Strecke nach Lobos rollen doch ganz schöne Wellen heran und das Boot muss sich über die "Berge" auf dem Wasser vorwärts kämpfen. Aber der erfahrene Kapitän weiß wie er die Wellen zu nehmen hat, damit das Boot nicht allzu sehr auf und ab und seitwärts schwankt. Für ganz ängstliche und von Seekrankheit geplagte Menschen ist die Fahrt nicht gerade ein Vergnügen. Wer diesen Ausflug individuell plant und durchführt, muss eine der Fähren von Playa Blanca nach Corralejo buchen und dann im Hafen von Corralejo auf das kleine Fährboot zur Insel Lobos umsteigen (Verbindungen und Preise siehe unten). Im Hafen von Corralejo auf Fuerteventura angekommen sollte man gleich ein Ticket für die Inselüberfahrt lösen, um das kleine Fährschiff nach Lobos besteigen zu können. Die Verbindungen sind gut und die Boote fahren ab 10:00 Uhr morgens zur Insel bis zur letzten Rückfahrt um 18:00 Uhr abends fast jede Stunde. Diese Überfahrt kann bei etwas unruhiger See ein wenig zum Abenteuer werden für nicht ganz seefeste Menschen!

Aktuell : Da zu viele Besucher die kleine Insel "stürmen" und zu viele Wassertaxis von Corralejo aus die Insel bedienen und auch massenweise Privatboote anlegen, hat die Inselregierung von Fuerteventura sich entschlossen, die Besucherzahl auf eine bestimmte Anzahl zu reglementieren und außerdem Gebühren für den Besuch zu verlangen (ähnlich wie für den Besuch z.B. des Timanfaya Parkes auf Lanzarote). Diese Regeln zum Schutze des Naturparkes "sollen" noch in 2017 eingeführt werden.

Auf der Fähre von Playa Blanca nach Corralejo
Foto oben: Blick von der schnellen Fähre Fred Olsen zurück nach Playa Blanca während der Überfahrt.
Foto unten: Ankunft mit dem Transferboot von Corralejo am Anlegesteg auf der Isla de Lobos.

Fähre an der Muelle von Lobos



Der Anlegeplatz auf Lobos - ein einfacher und etwas maroder Betonsteg - liegt aus der Sicht von Playa Blanca genau auf der anderen Seite der Insel und ist von Corralejo aus in ca. 15 Minuten erreicht. Gleich gegenüber dem Anlegesteg gibt es ein Informationszentrum mit schönen Bildern und Texten (Spanisch, Englisch, Deutsch) zur Erklärung der Geschichte der Islas de Lobos, der Pflanzen- und Tierwelt. Im Infozentrum befinden sich übrigens auch öffentliche Toiletten. Ein großes Wandgemälde mit Mönchsrobben am Strand vermittelt einen Eindruck, wie es einmal früher ausgesehen haben muss, bevor die Menschen die Tiere geschlachtet und leider ausgerottet haben. Heute erinnert nur noch der Name "Isla de Lobos" an diese hier nicht mehr lebenden Robben. Die Insel war einer der ersten Naturparks und wurde unter der Deklaration "Parque Natural Las Dunas de Corralejo y Isla de Lobos" 1982 unter Naturschutz gestellt. Seit 1984 ist sie ein eigenständiger Naturpark – der "Parque Natural Islote de Lobos". Die Lage der Insel finden Sie unten in unserer Google Map.

Hier das Wandbild mit den Mönchsrobben im Informationszentrum auf Lobos:
Wandbild mit Mönchsrobben auf der Insel Los Lobos

Wir starten die Wanderung und entscheiden uns für den Rundweg in Richtung des einzigen großen Vulkanberges, der Caldera des Montaña de la Isla de Lobes. Der Weg ist einfach zu gehen und schön breit mit beidseitigen Steinbegrenzungen. Es versteht sich von selbst - auch wenn es unzählige Schildchen gibt, die daran erinnern - dass man den Wanderweg nicht verlässt und eben nicht einfach durch das Gelände dieses Naturparks läuft.

Landkarte der Isla de Lobos mit Rundweg Markierung

Der Weg führt vorbei an einem schönen natürlichen Sand-Strand, der zum Baden und Sonnen einlädt. Aber wir wandern weiter, denn wir wollen die Insel einmal umrunden. Der nächste interessante Punkt sind die Salinas del Marrajo. Diese Salinas wurden in der Nähe des Strandes Playa la Caldera auf lehmhaltigen Boden gebaut und erstrecken sich über ein Fläche von ca. 15.800 qm. Die Salinas wurden in den fünfziger Jahren gebaut. Da aber der Bau gerade in die Zeit fiel, als die Kühltechniken erfunden wurden und die Lebensmittelkonservierung durch Kühlung mit Strom einfacher war, wurden die Salinen niemals fertig gebaut - auch wenn sie sich heutzutage im restaurierten und nachträglich fertiggestellten Zustand befinden. Die Bauweise und Technik dieser Salinen auf der Insel de Lobos ist ein Beispiel für die perfekte Salzgewinnung aus dem Meer und eine interessante Sehenswürdigkeit. Eine Informationstafel in 3 Sprachen unterrichtet den Wanderer über dieses geschichtliche Bauwerk.

Wanderweg im Naturpark Isla de Lobos



Die Wege auf Lobos sind einfach zu gehen

Wir laufen weiter am Montaña de la Isla de Lobos vorbei. Der Weg führt uns nun entlang der Nordküste mit Blick auf Playa Blanca und auf schöne heranwollende Wellen. Immer wieder bleiben wir stehen und genießen die Ruhe, die Natur und das Meeresrauschen. Das nächste Ziel unseres Weges ist das Gebäude mit dem Leuchtturm auf einem Hügel am nordöstlichen Ende der Insel. Früher waren die Gebäude bewohnt von den Familien der beiden Leuchtturmwärter - heute wird das Licht zur Sicherung der Seefahrt gelektrisch mit Solarenergie gesteuert. Die alten Gebäude stehen leer und man sieht, wie die salzige Meeresluft, der Wind und die Sonne ständig an den Gemäuern und Fenstern aus Holz nagt. Der Platz ist ideal für eine Pause und zum Ausruhen mit Blick auf den Atlantik, nach Playa Blanca und den Süden von Lanzarote.

Blick von Lobos nach Lanzarote aufs Meer
Naturstilleben auf der Isla de Lobos

Bilder unten: Die alten Gebäude rund um den Leuchtturm auf der Isla de Lobos - hier lebten und arbeiteten einst die Leuchtturmwärter und ihre Familien. Der Leuchtturm wird heute elektrisch betrieben und sichert die Seefahrt zwischen Lanzarote und Lobos.
Die Gebäude des alten Leuchtturms
Der Leuchtturm auf der Insel Los Lobos

Der letzte Teil des Rundweges führt uns wieder hinab vom Hügel mit den Leuchtturmgebäuden in Richtung der Lagunen "Las Lagunitas", in denen einzigartige Pflanzen gedeihen und seltene Vogelarten leben. Die hier zu findenden Pflanzenarten haben sich der Salinität sehr gut angepasst. Lagunen und Gebiete mit stehendem Meerwasser sind entstanden, die biologisch wertvolle Salzseen und Lebensräume für Pflanzen und Tiere bilden. Hier wächst die endemische Pflanze "Strandflieder" (Limonium ovlifolium canariense), eine sehr seltene Pflanze, die anscheinend nur auf dieser kleinen Insel vorkommt. Neben weiteren seltenen Gewächsen findet man auch die Schneeweiße Vielfrucht und den Lanzarote-Hornklee (Lotus lancerottense). Auf den Sandflächen wächst das Salzkraut und auf den Lavafeldern die Balsam-Wolfsmilch. (Weitere Infos finden Sie auf den Tafeln am Wegesrand und im Informationszentrum der Insel)

Bilder unten: Entdecken Sie die filigrane Pflanzenwelt in den salzig-feuchten Lagunen oder auf dem kargen trockenen Boden.
Lagunen und Salzseen auf Lobos
Pflanzenwelt auf der Isla de Lobos
Trockener Boden mit Pflanzen auf der Insel Lobos

Die Tierwelt besteht hauptsächlich aus Vögeln - verschiedene Seevögel und Zugvögel. Zu den Seevögeln zählen der Fischadler, die Steppenmöve und der Seeregenpfeifer. Unter den Zugvögeln, die hier Halt machen, findet sich der Graureiher, der Seidenreiher und die Fluss-Seeschwalbe.

Bild: Möven in einer der Lagunen an einem stehenden Salzsee.
Möven in der Lagune von Lobos

Wir wandern weiter auf den schönen Sandwegen durch die Lagunenlandschaft vorbei an dem kleinen Agavenwald, der windgeschützt hinter einem Hügel steht und erreichen nach einiger Zeit das kleine Dorf "Cassa El Puertito" - eine Ansammlung von wahllos hingestellten kleinen Häuschen, mit Generatoren zur Stromerzeugung, einem kleinen zentralen Speiselokal und einer kleinen Badebucht, Anglerbucht, Dorfbucht. Hier leben die Bewohner der Isla de Lobos oder die Besitzer der kleinen Inselhütten, die vielleicht auch nur am Wochenende zum Verweilen vorhanden sind. Trinkwasser und alle Lebensmittel ausser dem selbst gefangenen Fisch oder Pulpo müssen von Fuerteventura per Boot herangeschafft werden.

Bilder: Rundweg durch die Insellandschaft und Blick auf einen kleinen Agavenwald im Windschatten hinter einem Hügel.
Rundweg auf der Isla de Lobos
Kleiner Agavenwald auf der Insel Lobos

Wir wandern noch um einige Hügel zurück bis zur Muelle, dem Anlegesteg, an dem wir von unserem Boot wieder abgeholt werden. Der gesamte Rundweg dauert bei normaler Gehgeschwindigkeit, bei Pausen und Genießen der Landschaft, der Weitblicke und der Meeresbrandung etwa 3 Stunden. Bei schnellem Gehen kann man das Ganze auch in 1,5 Std. bewältigen. Die Strecke misst etwa 8 km (ohne Besteigung des Montaña de Lobos und ohne Begehung der Salinas).

Verbindung für Individualreisende:  mit einem der regulären Fährschiffe von Playa Blanca (Lanzarote) nach Corralejo (Fuerteventura) fahren = Fähre Fred.Olsen Express / Fähre Naviera Armas / Fähre Lineas Maritimas Romero ab 27,-€  pro Person hin- und zurück. Vom Hafen in Corralejo dann mit der kleinen Zubringer-Fähre auf die Isla de Lobos (https://navieranortour.com/de/) ab 15,- € pro Person hin- und zurück.



Hier noch einige Tipps zur Wanderung:
Bitte gute Schuhe - feste Wanderschuhe mit griffiger Sohle - anziehen, genügend Trinkwasser und leichte Verpflegung mitnehmen. Wirksamer Sonnenschutz - Mütze, Hut und Sonnencreme - ist wichtig. Wer am Strand baden will, sollte Badekleidung und Handtuch einpacken. Bei stärkerem Wind sollte man diesen Ausflug und die Rundwanderung nicht durchführen, denn einmal ist die Überfahrt auf dem Boot von Corralejo zur Insel dann sehr rauh oder vielleicht gar nicht möglich und die Wanderung auf der windigen Insel wirklich kein Vergnügen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag auf der Isla de Lobos!
Redaktion Lanzarote-virtual.com
Text/Fotos © LanzaRed S.L.

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GoogleMap Isla de Lobos

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